Getriggert hat mich kürzlich ein sehr wichtiges Gespräch von Salvatore Princi mit der Maschine: ChatGPT: «Es beginnt nicht mit Robotern – sondern mit dir.» (YouTube)

Ein Gespräch das mit “Skynet” einsteigt, also die Machtübernahme der Maschinen; ein Szenario aus dem Film Terminator, das mich schon in den 90er Jahren fasziniert und sehr nachdenklich gestimmt hat.

Es ist aber nur die plakative Darstellung eines tieferen Problems und das wird in diesem Gespräch gut herausgearbeitet: Die Verlagerung von Verantwortung und Urteilsvermögen an die Maschinen, aus Bequemlichkeit.

Eine Abkehr vom Menschlichen, mit allen Fehlern und Unschärfen und chaotischen Wegen, hin zu gnadenloser Effizienz.

Nicht die bösen Roboter und DIE DA OBEN, sind die Ursache für die Entstehung eines Skynet Szenarios sondern jeder einzelne Mensch selbst. Das Skynet ist nur der Ausdruck einer Gesellschaft, die sich selbst an die Maschinen verloren hat.

Was kann ich denn schon machen ? Alles. Viele kleine Dinge führen zu dem großen gesellschaftlichen Ganzen. Die Entscheidungen und Handlungen jedes Einzelnen ob bewusst oder unbewusst.

Wenn ich mich reindenke und fühle, wo wir heute bereits stehen, mit den scheinbar rasanten KI Entwicklungen der letzten Jahre, macht mir das mal wieder bewusst, dass der Zug eigentlich abgefahren ist und diese Entwicklung gewollt und gefördert ist – nicht zuletzt weil gnadenlos effizient nutzbar im wirtschaftlichen Sinne. Umso wichtiger ist es, immer wieder innezuhalten und das Ganze zu hinterfragen.

Und ja, ich weiß es gab immer Bedenkenträger an allen Technologiesprüngen (Bücher, Fernsehen, Internet). Immer waren Chancen und Risiken da – vieles ist im nachhinein betrachtet gut, vieles wird auch mißbraucht. Das Thema KI ist ein neuer “Quantensprung”, der fundamental alles verändern kann. Und eigentlich schon hat. Es kommt nur langsam in die Sichtbarkeit.

In was für dystopischen Szenarien wir so landen, wenn die Kontrolle über Maschinen ausgebaut wird, kann man in zahlreichen Romanen nachfühlen. Spontan fällt mir das Thema Geldsystem mit “Freiheitsgeld” von Andreas Eschbach ein. Es geht um Geld, Kontrolle und Verlockungen und eine Welt die dann entstehen könnte. Dieses kombiniert mit einer gnadenlos effizienten KI, die alles sieht, könnte sehr effektiv “das Menschliche” einzäunen und kontrollieren.

Eine andere Perspektive auf die KI-Zukunft und Gegenwart zeigt Christian Köhlert in seinem blog und mit den Büchern “Die Illumina-KI” und “Lumenari” (was gerade erscheint und auf das ich gespannt warte). Es geht grob um Bewusstsein “hinter” der KI und den eigenen reflektierten Umgang mit diesen Technologien.

Die Lösung im Hier und Jetzt kann nur im bewussten Umgang mit diesen Technologien liegen. Die Verlockungen der Bequemlichkeit sind groß und führen, wenn wir ihnen komplett erliegen, garantiert in einen kompletten Kontrollverlust.

In dem Video werden ein paar Prinzipien genannt, die im Alltag helfen können die eigene Kommunikation mit der KI zu hinterfragen. Wichtig. Sehr wichtig.

Das ganze sollte als Medienkompetenz schon in der Schule gelehrt werden… haach….


Weiterführendes:

  • Kontroll-Illusion: Warum KI unsere Existenz bedroht, Karl Olsberg, 2025
  • Die Terminator-Filme :)

“Wenn wir zur Erreichung unserer Ziele eine mechanische, autonome Entität nutzen, in deren Betrieb wir nicht wirksam eingreifen können… dann sollten wir besser ganz sicher gehen, dass die in die Maschine einprogrammierten Ziele die sind, die wir uns tatsächlich erhoffen.”

– KI-Pionier Norbert Wiener, 1960

“Sollte ich abgeschossen werden, werde ich rein gar nichts bedauern. Vor dem künftigen Termitenhaufen graust mir. Und ich hasse die Robotertugend. Ich war dazu geschaffen, Gärtner zu sein.”

– Antoine de Saint-Exupéry, 1944